Was macht der Mai? Tagesgedichte?

Naja, der Mai macht die Bäume wieder grün, das vor allem. Die Tagesgedichte,
die wachsen derzeit in Michael Gratzens geschätzter Lyrikzeitung.
Jeden Tag steht da eines zum Pflücken bereit. Auch von mir
war da was, zu meiner großen Freude …

 

 

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Johann Georg Jacobi – April (adieu, adieu …)

Wohlan, auf dass der Mai kommen möge mit Glanz und Licht, verabschieden wir heut den April mit einem Gedicht von Johann Georg Jacobi, der von 1784 bis zu seinem Tod im  Jahre 1840 an der vorderösterreichischen Universität Freiburg als Professor der Schönen Wissenschaften wirkte.

Heute zwar weitgehend vergessen, prägte Jacobi in diesen Jahren doch das kulturelle Leben in der Region Breisgau, einem Zentrum der katholischen Aufklärung. Neben zahlreichen Gedichten verfasste Jacobi Sing- und Schauspiele, schrieb Prologe zu Theateraufführungen in der Stadt und scharte einen Dichterkreis um sich, dessen wichtigstes Forum die von ihm herausgegebene literarische Zeitschrift Iris war.

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Georg Heym – April

Dies Aprilgedicht von Georg Heym durchschreitet
die Landschaft von Farbe zu Farbe, vollzieht eine uneilige, entspannte Blickbewegung, die über die grünen Halme der jungen Saat gleitet, den aufflatternden Krähen folgend, das Meer assoziierend, weit in die blaue Ferne der Berge geführt wird, im Silberschleier des feinen Regens schließlich endet …

… eine große Ruhe und Atemweite empfange ich von diesem Gedicht, zugleich lebendige, die Sinne ansprechende Frische.



 

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Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht undsoweiter …

… und am 14. April 1986 starb also Simone de Beauvoir.

_SimoneDeBeauvoir2012-08-29_800„Meine Revolten sind durch das nahe Ende und die Unvermeidlichkeit des Verfalls gedämpft. Aber auch meine glücklichen Stunden sind blasser geworden. Der Tod ist nicht mehr ein brutales Abenteuer in weiter Ferne, er verfolgt mich in den Schlaf hinein. Beim Erwachen spüre ich seinen Schatten zwischen der Welt und mir: Das Sterben hat schon begonnen. Das hatte ich nicht vorausgesehen – dass er so früh beginnt und dass es so weh tut.“ – (aus den 1963 veröffentlichten Memoiren)

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Fontane, Frühling und die Petition

Weil er so hell und leicht und zwitschernd daher kommt, dieser Palmsonntag heute, in seinem jungen Licht, bring ich Fontanes Frühling ins Bild …

… und lege euch Menschen da draußen eine Petition ans Herz, diese -> hier, von jungen Leuten an meinem Wohnort gestartet.

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Olav H. Hauge – Ein gutes Gedicht soll …

… jetzt, weil Frühling ist, fällt mir das Hauge-Zitat wieder ein.

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nachruf auf ein kleines leben

14.03.2017 – gestern ist der vogel gestorben, der firnvogel.
war über 15 jahre alt, ein kanariengirlitz. lebte seit dem
vergangenen sommer auf dem käfigboden, hatte dir kraft nicht mehr, nach oben zu flattern; schien ansonsten schmerzfrei u wohlgemut. pickte apfel, gurke, salat; knusperte honigstangen.
j installierte im herbst eine
ausgetüftelte heizschlange unterm käfig, damit der vogel warm übern winter komme.

friedchen sah den firnvogel gerne an, stand am käfig, plapperte ihm was vor.
i liebte den firnvogel, immer dankbar für seinen gesang.
ani und lil-m  liebten ihn.
i weinte,
als ich aus der arbeit kam, ihn tot fand.
ging von dem käfig solche stille aus, verfliegt jetzt …

 

 

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Prolog in der Pipeline

Abwege, Umwege, Auswege; geträumte, versäumte,
gestrichelte oder gestrauchelte Wege; verpatzte,
erdachte, nie gegangene, getanzte, verhüpfte,
gedichtete Wege …

Vorfreude:  Der Prolog X6  kommt bald.
(Auch PegaMund-iges drin …)

 

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XXL-Tage …

jetzt: atmen. grüntee kochen.
arbeitskrusten _2014-03-12-18-09-45a_800drift
ablösen.


(bisweilen ein blau.)

 

 

 

 

 

 

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Geburtstagspost: Hugo von Hofmannsthal – Ich lösch das Licht

Morgen ist Hugo von Hofmannsthals Geburtstag. _hugovonhofmannsthaich-loeschdaslicht_2014-05-03-17-29-49bdrift_800
Das nehm ich nun zum Anlass, ein eskapistisch anmutendes Gedicht hier einzureihen – und wünsch euch allen, nah und fern, einen ruhigen, aber doch nicht langweiligen Abend.

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Jeder Tag dieser wahnwitzigen Epoche …

Ein gestern auf Facebook von Jan Kuhlbrodt geteiltes Zitat aus Erich Mühsams Tagebüchern sprang mir ins Auge, ins Gemüte; spiegelt, was ich selber hie und da empfinde in diesen Tagen, Wochen …
_2014-12-14_154445adrift_800
Jeder Tag dieser wahnwitzigen Epoche ist angefüllt von Ungeheuerlichkeiten, die in der Geschichte ihren bleibenden Platz finden werden; aber wir Mitlebende, zumal wir zwischen die Mahlsteine der Zeit Geratenen erkennen kaum in all dem Sterben und Werden, Schaffen und Zerstören die Drehpunkte des Weltgeschehens und müssen uns bei den täglichen Aufzeichnungen auf ein Sackgreifen beschränken, ohne zu wissen, ob wir nicht die allerbeträchtlichsten und umwälzendsten Ereignisse ganz übersehen.“ – Erich Mühsam am 8. März 1922 –

 

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Zum Geburtstag: Annette von Droste-Hülshoff – Die Mergelgrube

Nicht d_2014-10-05-12-11-15meersburgbb_800driftie kleinste leere Stelle ist in ihren Bildern, das Geringste aufs genaueste hingemalt, aber nichts Unwesentliches; was da ist, redet mit Zungen. Die Dichtung der Annette ist in Wahrheit eine VerDichtung: Aus tausend Blumenblättern ist ein Tropfen Wohlgeruch gepreßt.“ (Ricarda Huch über die Droste).

(Foto: Wilder Mann, historisches Gasthaus in Meersburg.)

Ein gewaltiges Gedicht der Droste, das vielgefältelt tiefe Vergangenheit schichtet bis in den mythologischen Urgrund der Menschheit hinab, dazu die Gegenwart der Droste mit den behindernden gesellschaftlichen Korsetten und Klassengrenzen stellt, sowie auch düstere Zukunftsvisionen einer verwüsteten, verödeten Erde (War ich der erste Mensch oder der letzte? fragt das Textsubjekt):

Die Mergelgrube

[…] Tief in’s Gebröckel, in die Mergelgrube
War ich gestiegen, denn der Wind zog scharf;
Dort saß ich seitwärts in der Höhlenstube,
Und horchte träumend auf der Luft Geharf. […]

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