Zum Geburtstag: Joachim Ringelnatz – Schiff

Der Herr Ringelnatz, 1883 im sächsischen Wurzen als Hans Gustav Bötticher geboren, hatte fast so viele Namen wie Berufe. Pinko Meyer nannte er sich, Fritz Dörry, Gustav Hester und ab 1920 gebrauchte er das Pseudonym Ringelnatz – die seemännische Bezeichnung für ein Seepferdchen.

Ein äußerst lebhaftes, fantasievolles Kind sei er gewesen; fliegt seiner dollen Streiche wegen vom königlichen Staatsgymnasium Leipzig, besucht eine Privatschule, die er nach der Obersekunda verlässt, um als Schiffsjunge anzuheuern; absolviert in Hamburg eine kaufmännische Lehre; ist Lehrling in einer Dachpappenfabrik und Gartenbauschüler; verdingt sich u.a. als Hausmeister in einer Pension in England und als Buchhalter im Münchner Reisebüro Bierschenk; kauft sich einen Tabakladen, den er alsbald wieder schließen muss; schlägt sich als Archivar und Dekorateur durch, arbeitet als Bibliothekar bei der gräflichen Familie Yorck von Wartenburg in Schlesien und im Elternhaus des Balladendichters Börries von Münchhausen in Hannover; versucht sich als Fremdenführer auf einer Burg und gibt im Telefonbuch als Beruf Kunstmaler an.

1909 beginnt er im Schwabinger Künstlerlokal Simplicissimus aufzutreten, veröffentlicht Gedichte, versucht auch Bilder zu verkaufen, bleibt allerdings mehr oder weniger erfolglos. Erst 1920 stellen sich erste Erfolge ein, sowohl in der Schriftstellerei als auch in der Malerei: Gastauftritte, Engagements, Ausstellungen in ganz Deutschland.

Ringelnatz publiziert fleißig – dann wird per Verfügung vom 12. April 1933 das geplante Auftreten des Schriftstellers Joachim Ringelnatz in der Künstlerkneipe Simplizissimus zum Schutze von Volk und Staat von der bayerischen Polizei untersagt. Ringelnatz erhält Auftrittsverbot in Deutschland, seine Bilder gelten als entartete Kunst, seine Bücher stehen auf der schwarzen Liste; Bilder und Bücher werden verbrannt …

Ringelnatz stirbt am 17. November 1934 an Tuberkulose und wird auf dem Berliner Waldfriedhof beigesetzt. Bei der Beerdigung habe die Orgel sein Lieblingslied gespielt: La Paloma.

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Auden für Ani: About suffering …

Musée des Beaux Arts
(by Wystan H. Auden)

About suffering they were never wrong,
The old Masters: how well they understood
Its human position: how it takes place
While someone else is eating or opening a window or just walking dully along;
How, when the aged are reverently, passionately waiting
For the miraculous birth, there always must be
Children who did not specially want it to happen, skating
On a pond at the edge of the wood:
They never forgot
That even the dreadful martyrdom must run its course
Anyhow in a corner, some untidy spot
Where the dogs go on with their doggy life and the torturer’s horse
Scratches its innocent behind on a tree.

In Breughel’s Icarus, for instance: how everything turns away
Quite leisurely from the disaster; the ploughman may
Have heard the splash, the forsaken cry,
But for him it was not an important failure; the sun shone
As it had to on the white legs disappearing into the green
Water, and the expensive delicate ship that must have seen
Something amazing, a boy falling out of the sky,
Had somewhere to get to and sailed calmly on.

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Lion Feuchtwanger zum Geburtstag – Glück …?

alles nicht so einfach mit dem glück. ist ja
auch kontextabhängig und so weiter.
oder?
wer weiß …

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3 – 2 – 1 – Pega liest: meine drei lyrischen ichs

wann? wo?
am kommenden Donnerstag, 22.06.2017, um 20:00 Uhr
in München, Einsteinstraße 42, Halle 3

wer?
Michelle Steinbeck, Lara Rüter, Pega Mund mit Lyrik
Judith Neunhäuserer mit Videoinstallationen

Lust und Zeit?
nix wie hin!

vorfreudig gespannt: Pega

 

 

 

 

Fotos: Dirk Skiba

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Tzveta Sofronieva – Sprache, wie Wasser …

Von Sofia, wo sie 1963 geboren wurde, reist die Bulgarin Tzveta Sofronieva in ihren Gedichten zu den Felsenklöstern von Meteora nach Thessalien, reist nach Ithaka, Odysseus entgegen, bis nicht nur sie das Ionische Meer kennt, sondern vielmehr das antike Meer sie, die Bulgarin, „erkennt“.
Von Sofia auch fährt sie mit dem Bus nach Plovdiv und nach Russe (Rustschuk, an der Grenze zu Rumänien), dem Geburtsort Elias Canettis.
Später heiß
en die Reiseziele New York, Cambridge oder Paris, Stuttgart, Berlin … und dort, in Berlin, lebt die Physikerin und promovierte Wissenschaftshistorikerin heute, arbeitet als Dichterin, Essayistin, Herausgeberin, Dozentin, Übersetzerin, schreibt auf Englisch, Bulgarisch und auch auf Deutsch, in der Sprache also, die sie, so las ich, als ihre fünfte erlernte … -> mehr 

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Was macht der Mai? Tagesgedichte?

Naja, der Mai macht die Bäume wieder grün, das vor allem. Die Tagesgedichte,
die wachsen derzeit in Michael Gratzens geschätzter Lyrikzeitung.
Jeden Tag steht da eines zum Pflücken bereit. Auch von mir
war da was, zu meiner großen Freude …

 

 

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Johann Georg Jacobi – April (adieu, adieu …)

Wohlan, auf dass der Mai kommen möge mit Glanz und Licht, verabschieden wir heut den April mit einem Gedicht von Johann Georg Jacobi, der von 1784 bis zu seinem Tod im  Jahre 1840 an der vorderösterreichischen Universität Freiburg als Professor der Schönen Wissenschaften wirkte.

Heute zwar weitgehend vergessen, prägte Jacobi in diesen Jahren doch das kulturelle Leben in der Region Breisgau, einem Zentrum der katholischen Aufklärung. Neben zahlreichen Gedichten verfasste Jacobi Sing- und Schauspiele, schrieb Prologe zu Theateraufführungen in der Stadt und scharte einen Dichterkreis um sich, dessen wichtigstes Forum die von ihm herausgegebene literarische Zeitschrift Iris war.

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Georg Heym – April

Dies Aprilgedicht von Georg Heym durchschreitet
die Landschaft von Farbe zu Farbe, vollzieht eine uneilige, entspannte Blickbewegung, die über die grünen Halme der jungen Saat gleitet, den aufflatternden Krähen folgend, das Meer assoziierend, weit in die blaue Ferne der Berge geführt wird, im Silberschleier des feinen Regens schließlich endet …

… eine große Ruhe und Atemweite empfange ich von diesem Gedicht, zugleich lebendige, die Sinne ansprechende Frische.



 

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Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht undsoweiter …

… und am 14. April 1986 starb also Simone de Beauvoir.

_SimoneDeBeauvoir2012-08-29_800„Meine Revolten sind durch das nahe Ende und die Unvermeidlichkeit des Verfalls gedämpft. Aber auch meine glücklichen Stunden sind blasser geworden. Der Tod ist nicht mehr ein brutales Abenteuer in weiter Ferne, er verfolgt mich in den Schlaf hinein. Beim Erwachen spüre ich seinen Schatten zwischen der Welt und mir: Das Sterben hat schon begonnen. Das hatte ich nicht vorausgesehen – dass er so früh beginnt und dass es so weh tut.“ – (aus den 1963 veröffentlichten Memoiren)

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Fontane, Frühling und die Petition

Weil er so hell und leicht und zwitschernd daher kommt, dieser Palmsonntag heute, in seinem jungen Licht, bring ich Fontanes Frühling ins Bild …

… und lege euch Menschen da draußen eine Petition ans Herz, diese -> hier, von jungen Leuten an meinem Wohnort gestartet.

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Olav H. Hauge – Ein gutes Gedicht soll …

… jetzt, weil Frühling ist, fällt mir das Hauge-Zitat wieder ein.

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nachruf auf ein kleines leben

14.03.2017 – gestern ist der vogel gestorben, der firnvogel.
war über 15 jahre alt, ein kanariengirlitz. lebte seit dem
vergangenen sommer auf dem käfigboden, hatte dir kraft nicht mehr, nach oben zu flattern; schien ansonsten schmerzfrei u wohlgemut. pickte apfel, gurke, salat; knusperte honigstangen.
j installierte im herbst eine
ausgetüftelte heizschlange unterm käfig, damit der vogel warm übern winter komme.

friedchen sah den firnvogel gerne an, stand am käfig, plapperte ihm was vor.
i liebte den firnvogel, immer dankbar für seinen gesang.
ani und lil-m  liebten ihn.
i weinte,
als ich aus der arbeit kam, ihn tot fand.
ging von dem käfig solche stille aus, verfliegt jetzt …

 

 

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