meer. blicke.

baden und sonnen früh morgens: wind und wellen sind sanft, mild, so auf eine art wie „die tun nix, die wellen, die wollen nur spielen“.
ist also das meer heut ein täppischer hund, leckt mit seiner beweglichen zunge unermüdlich die felsen blank vom schweiß der badenden, tut gutmütig weich. dass der meerhund auch fangzähne hat hart und kalt, das kann man nur ahnen … dann wieder steh ich abends auf dem felsen, schaue so längs übers wasser: kleine wellen, von der letzten sonne beglänzt, glitzern wie tausend glitschende springende fischleiber – oder als wär‘s wasser eine bewegliche haut, zusammengesetzt aus den silberschuppen vielvieler fischlein … ein andermal dann zerfällt es bleigrau im regen, das meer: gleicht modrigen pilzen, ganz nichtssagend flaugrau …


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dicke möwen, flinke schwalben: ankommen im camping

… hymer dethleffs knaus quechua high-tech satellitenschüsseln komfortabel wie daheim perfektionierter plastikhausrat braun und braun gesonnte haut und fleisch und fleisch gegrillt in mengen speck und bauch die möwen essensrestgemästet dick im waschhaus flink und zierlich schwalben ein und aus die reinemachefrauen mehrmals täglich ach wie sauber hier das mittelmeer kein plastik schwimmt kein totes … ding … in fetzen sprachgewirr holländisch französisch deutsch kroatisch italienisch polnisch englisch noch- und nochmal die geschichten von der anfahrt wo man herkommt was man vorhat kochen essen wie das wetter dass die sonnenuntergänge wirklich immer wieder wunderbar sind später still der gute mond die güldnen sternlein prangen hoch und … psst … schon schläft der menschenzirkus unter alten eichenbäumen die tags geduldig schatten schenken sitz ich da ich sag nix frag nix lausche taste schreib demütig diesdas auf dieweil mein sommerkleid sich auf der leine bauscht …

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im august ein traum von ani

anis sterbetag jährt sich heut.
fünf jahre sind vergangen, fünf jahre!
alle bilder von ihr sind da in mir, meine hilflosigkeit,
die verzweiflung auch. alles noch da unverblasst,
aber weniger schneidend, gemildert von der
verflossenen zeit.

träumte von ani heut nacht:

wir stehen beim esstisch, neben ihrem stuhl, stehen uns gegenüber.

ani ist hell gekleidet, trägt eine weite weiße hose und ein helles westchen; die haare offen, zwei spangen; ani kann gehen, mühsam zwar, sehr langsam, humpelnd, ihre hüften sind sichtbar verformt – aber sie kann frei gehen, scheint auch gewachsen zu sein, ist fast so groß wie ich.

wir stehen uns gegenüber, sehen uns an; umarmen uns schließlich fest: während dieser umarmung bricht mein traum den linearen ablauf der zeit auf, es dreht sich rasend, wirbelnd die zeit um sich selbst, vergangenes und zukünftiges schiebt und schichtet und flicht sich ineinander und alles ist zu-gleich.

ani und ich, wir umarmen uns in meinem traum, es ist jener mittwochabend, da wir uns zum letzten mal sahen, und ich weiß, dass sie sterben wird, und sie weiß, dass ich weiß; wir sprechen nicht und plötzlich lässt sie mich los, humpelt weg von mir …

das traumzimmer löst sich in dunklem nebel auf.

ich erwache.

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Höchst herzlich dem Herrn Jandl zum Geburtstag einen Ottosmops!

Ernst Jandl (* 01.08.1925, † 09.06.2000) mit Mops

 

 

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… und im Juli so?

Hab ich mich sehr gefreut, als bei Fixpoetry
in der Reihe Von Frauenhand eine meiner
„Kollekten“, also ein Werkstattzettel, ein
Stoffcluster als Text des Tages erschien.

Hier -> kann man‘s ansehen, lesen …

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VIPs: Very Important Pets – Cat-Content, Hemingway

Hemingway?

Nun ja, Katzen waren seine Leidenschaft.
War’n ihm wohl samtweicher Trost, beruhigende Gesellschaft. Bevölkerten (30 und mehr) sein inmitten tropischer Vegetation gelegenes Anwesen auf Key West, Florida, wo er ab 1928 einige Jahre lebte, und später natürlich dann auch die 1939 bezogene Finca in Kuba.

Und sonst?

Heute vor 119 Jahren geboren: 21.07.1899.
Reporter, Kriegsberichterstatter, Autor: erfolgreich, bekannt.
Pulitzer-Preis (1953). Literaturnobelpreis (1954).
Großwildjäger, Hochseefischer, Flieger.
Boxer. Stierkampfaficionado.
Litt zeitlebens unter schweren Depressionen, war alkoholkrank. Ab 1960 Medikamente und Elektrokrampftherapie, 15 Anwendungen allein im Dezember 1960.
Erschoss sich am 02.07.1961 in seiner Residenz in Ketchum, Idaho.

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wepsert macht freude, girl crush tut gut: überraschung …

 … und freude, anhaltende freude über diesen -> artikel auf wepsert, der seite eines jungen
berlin-leipzig-münchnerischen autorinnenkollektivs: großen herzdank für die wertschätzung an alisha gamisch und die -> wepsert-crew!

 

 

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leise zieht durch mein gemüth …



… weil heut der erste mai ist.
weil der heine ein feiner ist.
immer. noch. wieder.

 

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adieu, adieu, ich reise …

___20120303_PegaTitelIndien_900eine kleine weile werd ich weg sein, sehr weit weg. warum und wohin und wozu: das kann ich jetzt nicht erklären, die zeit verrinnt, ich will mich sputen.
der rucksack ist gepackt. viel brauchen werd ich nicht, waschmittel ist wichtig …

euch, ihr lieben nah und fern, wünsch ich gute tage, ein osterfest, wie‘s euch gefällt.
gebt acht, habt‘s fein, bald kehr ich wieder.

          

 

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Kleine Wasser ändern die Betonung: Vorfrühling, Rilke

ein zärtlicher märzensonntag heut,
da will ich es mit rilke halten …

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Jan Skácel – kleine bahnhöfe, holunderbaum, schnee

Gestern fiel hier, wo ich wohne, Schnee.

Spät am Abend war ich draußen, besah die dünne weiße Decke auf der Straße, den sternlosen Himmel. Es war frisch und sehr still. Kein Rauschen, kein Summen, kein Mensch unterwegs außer mir. Ruhe. Raum.
Ein Gedicht von Jan Skácel kam mir plötzlich in den Sinn, das hatte ich vor einiger Zeit gelesen: Kleine Bahnhöfe …


Mehr zu Jan Skácel?
Hier
oder da oder auch dort.

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so sieht’s aus, das neue jahr …

das spannende ist, wer und was auf die wiese  
kommen und am fenster vorbei ziehen wird: winkt, wankt, tanzt, stolpert, holpert, springt und singt, hoppelt, humpelt, rollt, kriecht, flugelt, flagelt, wuselt, wimmelt, purzelt, schreitet …
also – was das just begonnene jahr wohl bringen und vorführen wird.
puh, hoffentlich nicht nur haufen schaufelnde maulwürfe, lieber einen fensterputzer auf der suche nach arbeit
oder andere hilfreiche geister, oh ja!

das wünsche ich euch allen für‘s neue jahr:
hilfreiche geist
er, die zur stelle sind, wann immer es not tut.

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