FIXPOETRY – Text des Tages

montag war’s, der erste im august:
da war credo text des tages auf fixpoetry.

heut denk ich dran, weil wieder montag ist,
und freu mich nochmal drüber –

 

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Mein Maulkorb: neben der Melone, links

Ja, ich freu mich. In Heft 17: der Hamza-Text und _20160723_130413bMaulkorb17DRIFT_900

… stirbt der Vater

An einem Sonntagmorgen im Januar, kurz vor halb elf, stirbt der Vater.
Die schneefrische, blanke Sonne scheint zum Schlafzimmerfenster herein.

Als M. eintrifft, liegt der Vater still auf dem Bett, ohne Lidschlag, mit offenen Augen, mit offenem Mund: ausgezehrt von der wüsten Krankheit, wachsgelb, glanzglatt, kühl schon; ganz trocken außen, steinern im Kern. Seine dunkelblaue Iris verblasst, verlaufen, mit Gelee überzogen. Die lang gewordenen weißen Haare in Büscheln aufs Kissen gebreitet.

Sie setzt sich zu ihm, schneidet und feilt ihm die Nägel; lauscht lange, ob er ihr noch etwas mitteilen wolle. Der Vater schweigt.

Zum Abend hin kommt der Bestatter: Er lispelt. Das ist in all dem Elend sonderbar komisch, wie im Theater. Sie hilft, den Vater anzukleiden für den Sarg, darf ihm aber keine Schuhe geben; das erlaube die Friedhofsordnung nicht.

Auf Strümpfen also müssen sie gehen, die Toten.
Oh, diese Sorge seitdem, wie weit er wohl kommen konnte, so: ohne Schuhe.

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Weil geschieht, was geschieht: Bernhard’scher Lakonismus

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… oder auch:
Einmal am Tag freut man sich, daß man noch am Leben ist und nicht tot. Das ist ein unwahrscheinliches Kapital.  (Thomas Bernhard)

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Wie sich das Bahn brach … (Lion Feuchtwanger zum Geburtstag)

_LionFeuchtwangerGeschwisterOppermann2015-08-17_171609drift_800… die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland, die mit der Boykottaktion 1933 ihre erste systematische reichsweite Öffentlichkeit hatte, die sich in den Nürnberger Gesetzen 1935 eine „Rechtsform“ gab, die mit der Reichspogromnacht am 09./10. November 1938 einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, die in den Vernichtungslagern ihren Zielpunkt fand …

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Christine Lavant zum Geburtstag

_ChristineLavantSchreiben2014-06-13 9.47.09drift_900Aus: Christine Lavant – Zu Lebzeiten veröffentlichte Gedichte, Göttingen, Wallstein Verlag 2014.

Hier -> schreibt Karin Fellner zu Lavants Gedicht „Die Fremde aß des Gegengottes Haar“.

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Was ich schon gestern posten wollte: Hermann Hesse hat Geburtstag (gehabt), und zwar …

… den 139., wenn ich richtig rechne!

Hermann Karl Hesse (Pseudonym: Emil Sinclair), geb. am 2. Juli 1877 in Calw,
gest. am 9. August 1962 in Montagnola, Schweiz, war (unter anderem):
Schriftsteller und Maler, unermüdlicher, gieriger Leser, egoman bisweilen, scheu und solipsistisch, andererseits scharfsichtig und mutig. 1946 erhielt er den Nobelpreis für Literatur, 1954 den Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste, ja, und  von sich aus hätte er bestimmt NIE geheiratet, denn (so schrieb er einst):

„Was im Denken und in der Kunst mein Vorzug ist, das macht mir im Leben, besonders bei den Frauen, oft Beschwerden: daß ich meine Liebe nicht fixieren kann, daß ich nicht Eines und Eine lieben kann, sondern das Leben und die Liebe überhaupt lieben muß.“

 

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48h Neukölln – feine Texte, Weißwein, Kuchen

Gleich nachher um 18:00 Uhr les ich in der Buchkönigin, +20160625_105536-1sachenMitWoertern_900
es gibt leckersten Kuchen und Weißwein zur Literatur.

Morgen dann im Ori, ab 16:00 Uhr, ohne Kuchen, aber trotzdem: LEKKER!

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Kurt Schwitters zum Geburtstag: Straßenbahnfahrscheine, Ölfarbe, Holzklötze, Bauklötze, Bubikopf …

_KurtSchwittersKunstDRIFT-20150725_211338_900


… schreibt 1926
Kurt Schwitters.

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STILL in der Box (große Freude!)

Heut kam es: das STILL magazine, das Belegexemplar, kam an aus Berlin, ich hatte gar nicht dran gedacht, gar nicht damit gerechnet, fand die Versandbox beim Heimkommen abends so neckisch hinter die Mülltonne gesteckt, naklardoch: passt ja nicht in den Briefkasten rein mit all den feinen Fotos und Texten, die da drin sind. _20160603_153842bDRIFT_800

Die Postbotin hat sich also zu helfen gewusst – aber dann regnete es und die Pappbox war schon ganz nass getropft, als ich sie glücklich entdeckte; innen aber, innen drin in der Box, das Heft: trocken! Ach! Wie ich mich freu, da einen Text drin zu haben …

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Das Wetter heute. Präsentiert von William Shakespeare:

_WilliamShakespeareFoulWeatherzHintergrund2014-07-09 00.21.08bbDRIFT_800Vor zwei Jahren feierten wir seinen
450. Geburtstag, heuer den 400. Sterbetag.
Bis zum nächsten großen Festtag, seinem 500. Geburtstag nämlich, wird es
nun ein Weilchen dauern. Wer weiß, ob wir den überhaupt erleben … und alsô, dacht ich mir, lieber jetzt huldigen (Prinz Charles tut es, LEGO tut‘s …) und locker hie und da mal ein Zitätchen in den Alltag streuen.

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Zum 130. Geburtstag: Max Herrmann-Neiße – Heimatlos

Max Herrmann, 1886 als Sohn eines Gastwirts geboren, nennt sich nach seinem oberschlesischen Geburtsort Max Herrmann-Neiße.
Nicht zuletzt aufgrund seiner körperlichen Verfasstheit empfindet er sich schon früh im +MaxHerrmannNeisseHeimatloszHintergr2014-08-30 12.17.25b2DRIFT_900Leben als Außenseiter, doch lernt er seinen zwergenhaften Wuchs, den Buckel, den großen kahlen Schädel zu kompensieren: „Der harte, gewalttätige, böse Grundanstoß, der sozusagen meine Wunde zum Bluten brachte und mich zum Dichter schlug, war das Erlebnis missgestalteter Körperhaftigkeit, des Verwachsenseins.“ schreibt Neiße 1928 in seinem biografischen Essay Trauer und Trotz.

1917 verlässt Neiße die Provinz. In Berlin, wo Franz Pfemfert und Alfred Kerr ihm den Weg in die literarische Welt ebnen, wird er rasch bekannt, hat Erfolg, veröffentlicht mehrere Gedichtbände, schreibt Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Rezensionen, Kabaretttexte. Else Lasker-Schüler, Oskar Loerke, Carl Sternheim, Alfred Döblin loben sein Werk, George Grosz porträtiert ihn, mit dem Vagabunden Ringelnatz ist er eng befreundet, erhält 1924 den Eichendorff-Preis, der Gerhart-Hauptmann-Preis folgt 1929. Zu Neißes Vorbildern zählt Heinrich Heine.

Seit Ende der 1920er-Jahre empört Max Herrmann-Neiße sich mehr und mehr gegen den aufziehenden Faschismus, vor dem er als sich ankündigende „Vernichtung wehrloser Opfer durch hemmungslose Gewaltmenschen“ warnt.
Anfang 1933, wenige Tage nach dem Reichstagsbrand, flieht Neiße mit seiner Frau Leni über die Schweiz, Frankreich und Holland nach England.
Heimatlos, entstanden am 23.06.1936, ist eines der Gedichte, die sich nach seinem Tod in London am 8. April 1941 in seinem Nachlass finden.

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Wann, wenn nicht heute: Ludwig Uhland – Frühlingsglaube

Johann Ludwig „Louis“ Uhland, Tübinger Dichter, Literaturwissenschaftler (Professor für Philologie an der Universität Tübingen), Jurist und Politiker (Landtagsabgeordneter; Abgeordneter im deutschen Nationalparlament).

Seine in Ton und Aussage eingängigen, oft liedhaft angelegten Gedichte waren im
19. _LudwigUhland-Fruehlingsglaube2013-05-09_drift800Jahrhundert äußerst beliebt, wurden in Schulbüchern gedruckt und vielfach vertont; abgesehen vom umfangreichen lyrischen Werk des Dichters ist auch Uhlands Lebenslauf bzw. seine Haltung als Politiker bemerkenswert: Er verteidigt die Demokratie, befürwortet die Pressefreiheit, lehnt alte Adelsprivilegien ab, wendet sich gegen die Todesstrafe und weiß Amt und Mandat zu trennen.

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