Geburtstagspost: Klabund – Kaspar

„Klabund“ nennt sich der am 4. November 1890 in Crossen an der Oder geborene Apothekerssohn, Klabautermann und Vagabund Alfred Henschke.

Ab 1906 besucht er das Friedrichs-Gymnasiums in Frankfurt/O., Gottfried Benn gehört zu seinen Mitschülern (und wird ihm die Grabrede halten). Henschke erkrankt bereits in jungen Jahren an Tuberkulose, die nie mehr richtig ausheilt und später häufige Kuraufenthalte in der Schweiz und in Italien erforderlich macht. 1911 legt er das Abitur ab, studiert Chemie, Pharmazie, später dann Philosophie, Philologie und Literatur in München, Berlin und Lausanne, macht jedoch in keinem der Fächer einen Abschluss.

Produktiv ist er, reich begabt, wendig, getrieben, kompromisslos, expressiv; in der Wahl seiner literarischen Motive rührt er mit erotisch-obszönen und/oder sozialkritischen Themen bisweilen an die Tabus der Zeit, schockiert die Öffentlichkeit; kongenial einfühlsam sind seine Nachdichtungen östlicher Poesie. Seine Lyrik, seine Parodien, Balladen und Chansons machen Klabund populär. 70 Bücher veröffentlicht er zu Lebzeiten, Dramen, Novellen, Romane, Legenden, Gedichtbände, Übertragungen aus dem Chinesischen …

Erste Gedichte erscheinen 1913 in Alfred Kerrs Zeitschrift „Pan“; daraufhin werden beide, Autor und Herausgeber, wegen Veröffentlichung „unsittlicher“ Verse vor Gericht gestellt, erlangen allerdings einen Freispruch.

Henschke verheiratet sich 1918 mit Brunhilde Heberle, die noch im gleichen Jahr nach der Geburt einer Tochter stirbt. Wegen angeblicher Verbindung zum Münchener Spartakus, wegen „Vaterlandsverrat“ und „Majestätsbeleidigung“ wird Alfred Henschke 1919 verhaftet und kurzzeitig im Zuchthaus Straubing festgehalten. In den darauffolgenden Jahren verfasst er für Max Reinhardts Kabarett „Schall und Rauch“ Lieder und Chansons und arbeitet bei der Zeitschrift „Weltbühne“ mit. 1925 heiratet er die Schauspielerin Carola Neher, im selben Jahr erscheint mit dem »Kreidekreis« sein bekanntestes Drama, das Brecht später zum Vorbild für seinen »Kaukasischen Kreidekreis« nehmen wird.

Am 14. August 1928 erliegt Klabund in Davos im Alter von 37 Jahren der Schwindsucht.

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was macht der herbst? menschen taumeln, blätter rauschen, alle fallen …

 

 

(das ist jetzt nur so gretchenmäßig mal für zwischendurch und ohne anspruch just for fun an diesem trüben samstag … )

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nach leipzig reisen und lesen

morgen also.
war noch nie in leipzig.
der flixbus weiß den weg.
bitte kein stau, keine panne, damit ich auch wirklich rechtzeitig … weil, ich freu mich: aufs lesen am DLL für PS – echt jetz!

Lust und Zeit?
nix wie hin!

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bissl eskapistisch halt …

nach der arbeit hinterm haus im herbstkühlen vorabenddunst
auf dem kiesweg hocken: barfuß, leicht fröstelnd
sich aus fundstücken einen hübschen kleinen
nachsommer zusammenbuchstabieren,
während die welt ringsum immer
braunfleckiger wird …

fotos: click to enlarge

 

 

     

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am rande des kontrollierbaren – FIXPOETRY, Neue Schulen

Olga Galicka hat sich mit Texten von mir beschäftigt und dazu auf Fixpoetry geschrieben. Am vergangenen Donnerstag ist
der → Artikel erschienen, zu meiner großen Freude!

Dank an Olga, Dank an Fixpoetry!

 

 

 

Fotos: Dirk Skiba

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Salvia – vor dem Regen, vor dem Herbst …

vor dem regen salbei gepflückt
zum trocknen gebüschelt
räucherkraut teekraut gewürz

 

 

 

 

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Zum Geburtstag: Joachim Ringelnatz – Schiff

Der Herr Ringelnatz, 1883 im sächsischen Wurzen als Hans Gustav Bötticher geboren, hatte fast so viele Namen wie Berufe. Pinko Meyer nannte er sich, Fritz Dörry, Gustav Hester und ab 1920 gebrauchte er das Pseudonym Ringelnatz – die seemännische Bezeichnung für ein Seepferdchen.

Ein äußerst lebhaftes, fantasievolles Kind sei er gewesen; fliegt seiner dollen Streiche wegen vom königlichen Staatsgymnasium Leipzig, besucht eine Privatschule, die er nach der Obersekunda verlässt, um als Schiffsjunge anzuheuern; absolviert in Hamburg eine kaufmännische Lehre; ist Lehrling in einer Dachpappenfabrik und Gartenbauschüler; verdingt sich u.a. als Hausmeister in einer Pension in England und als Buchhalter im Münchner Reisebüro Bierschenk; kauft sich einen Tabakladen, den er alsbald wieder schließen muss; schlägt sich als Archivar und Dekorateur durch, arbeitet als Bibliothekar bei der gräflichen Familie Yorck von Wartenburg in Schlesien und im Elternhaus des Balladendichters Börries von Münchhausen in Hannover; versucht sich als Fremdenführer auf einer Burg und gibt im Telefonbuch als Beruf Kunstmaler an.

1909 beginnt er im Schwabinger Künstlerlokal Simplicissimus aufzutreten, veröffentlicht Gedichte, versucht auch Bilder zu verkaufen, bleibt allerdings mehr oder weniger erfolglos. Erst 1920 stellen sich erste Erfolge ein, sowohl in der Schriftstellerei als auch in der Malerei: Gastauftritte, Engagements, Ausstellungen in ganz Deutschland.

Ringelnatz publiziert fleißig – dann wird per Verfügung vom 12. April 1933 das geplante Auftreten des Schriftstellers Joachim Ringelnatz in der Künstlerkneipe Simplizissimus zum Schutze von Volk und Staat von der bayerischen Polizei untersagt. Ringelnatz erhält Auftrittsverbot in Deutschland, seine Bilder gelten als entartete Kunst, seine Bücher stehen auf der schwarzen Liste; Bilder und Bücher werden verbrannt …

Ringelnatz stirbt am 17. November 1934 an Tuberkulose und wird auf dem Berliner Waldfriedhof beigesetzt. Bei der Beerdigung habe die Orgel sein Lieblingslied gespielt: La Paloma.

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Auden für Ani: About suffering …

Musée des Beaux Arts
(by Wystan H. Auden)

About suffering they were never wrong,
The old Masters: how well they understood
Its human position: how it takes place
While someone else is eating or opening a window or just walking dully along;
How, when the aged are reverently, passionately waiting
For the miraculous birth, there always must be
Children who did not specially want it to happen, skating
On a pond at the edge of the wood:
They never forgot
That even the dreadful martyrdom must run its course
Anyhow in a corner, some untidy spot
Where the dogs go on with their doggy life and the torturer’s horse
Scratches its innocent behind on a tree.

In Breughel’s Icarus, for instance: how everything turns away
Quite leisurely from the disaster; the ploughman may
Have heard the splash, the forsaken cry,
But for him it was not an important failure; the sun shone
As it had to on the white legs disappearing into the green
Water, and the expensive delicate ship that must have seen
Something amazing, a boy falling out of the sky,
Had somewhere to get to and sailed calmly on.

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Lion Feuchtwanger zum Geburtstag – Glück …?

alles nicht so einfach mit dem glück. ist ja
auch kontextabhängig und so weiter.
oder?
wer weiß …

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3 – 2 – 1 – Pega liest: meine drei lyrischen ichs

wann? wo?
am kommenden Donnerstag, 22.06.2017, um 20:00 Uhr
in München, Einsteinstraße 42, Halle 3

wer?
Michelle Steinbeck, Lara Rüter, Pega Mund mit Lyrik
Judith Neunhäuserer mit Videoinstallationen

Lust und Zeit?
nix wie hin!

vorfreudig gespannt: Pega

 

Fotos: Dirk Skiba

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Tzveta Sofronieva – Sprache, wie Wasser …

Von Sofia, wo sie 1963 geboren wurde, reist die Bulgarin Tzveta Sofronieva in ihren Gedichten zu den Felsenklöstern von Meteora nach Thessalien, reist nach Ithaka, Odysseus entgegen, bis nicht nur sie das Ionische Meer kennt, sondern vielmehr das antike Meer sie, die Bulgarin, „erkennt“.
Von Sofia auch fährt sie mit dem Bus nach Plovdiv und nach Russe (Rustschuk, an der Grenze zu Rumänien), dem Geburtsort Elias Canettis.
Später heiß
en die Reiseziele New York, Cambridge oder Paris, Stuttgart, Berlin … und dort, in Berlin, lebt die Physikerin und promovierte Wissenschaftshistorikerin heute, arbeitet als Dichterin, Essayistin, Herausgeberin, Dozentin, Übersetzerin, schreibt auf Englisch, Bulgarisch und auch auf Deutsch, in der Sprache also, die sie, so las ich, als ihre fünfte erlernte … -> mehr 

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Was macht der Mai? Tagesgedichte?

Naja, der Mai macht die Bäume wieder grün, das vor allem. Die Tagesgedichte,
die wachsen derzeit in Michael Gratzens geschätzter Lyrikzeitung.
Jeden Tag steht da eines zum Pflücken bereit. Auch von mir
war da was, zu meiner großen Freude …

 

 

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