vogelstimmen

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DO 19.06.2014 – am späten nachmittag zum friedhof geradelt mit j, der drei große begonien für ani gekauft hatte: weiß, rot, gelb.

während j in stummer, verbissener konzentration die blumenstöckchen in die lockere graberde pflanzt, sitze ich auf der bank unter anis linde, tue gar nichts, schaue j zu; überlasse mich schließlich den vogelstimmen: aus der linde, aus allen bäumen ringsum dieses getön: die von keinem zweifel je gebrochenen prosodien der vögel; hoffnungsvolle psalmenfragmente, trost aus winzigen schnäbeln; unabweisbare erweckungsrufe; bernsteingelber seelennektar, satt und klar und schimmernd wie der äther selbst.

später stehen j und i am grab nebeneinander, betrachten die frisch gesetzten begonien; j weint, ganz unauffällig, ganz still; einen halben atemzug lang bin ich versucht, ihm zu erzählen, wie die vogelstimmen mich berührten, vorhin. doch der moment ist vorbei, bevor ich etwas sagen kann. – all diese assoziationen, gedanken, empfindungen:

projektionen. no mas.

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